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Ein Tipp für Geschichtsinteressierte – Exkursion in die Geschichte des Walfangs und der Seefahrt der Insel Föhr

898064c0 7992 f1ae a1fa fc8e6ef1094eAlte Grabsteine auf der Insel Föhr (Foto: www.nordseetourismus.de)Der Walfang im nördlichen Eismeer bestimmte über mehrere Jahrhunderte das Leben auf der Insel Föhr – war es doch der wichtigste Erwerbszweig der Föhrer Einwohner im 17. und 18. Jahrhundert. Ihre Ausbildung erhielten die Föhrer Seefahrer in privaten Navigationsschulen, was sie zu begehrten Arbeitskräften in den meist holländischen Walfangflotten machte. Mit dem Aufstieg zum Harpunier, Steuermann oder Kommandeur waren die Seeleute am Fang beteiligt, und so brachten sie Wohlstand auf die nordfriesische Insel. Anfang des 19. Jahrhunderts gingen jedoch die Walbestände zurück – zum großen Teil durch die rücksichtslose Jagd auf die Tiere, und die Seeleute mussten schließlich zur Handelsschifffahrt wechseln.

Noch heute gibt es viele Zeitzeugnisse aus dieser bedeutenden Epoche der Nordseeinsel. Einen Ausflug in die Geschichte des Walfangs beginnt man am besten im Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum in Wyk auf Föhr. Das Museumsgelände betritt der Besucher durch ein Tor aus imposanten Blauwalkieferknochen. Im Haupthaus wird neben weiteren Themen zur Heimatgeschichte auch die Seefahrt und der Walfang beleuchtet.

Auf den denkmalgeschützten Friedhöfen in Wyk-Boldixum, Nieblum und Süderende kann man ganz in die Welt der Walfänger eintauchen. Die „sprechenden" Grabsteine erzählen vom bewegten Leben der Seefahrer und anderer bedeutender Insulaner. Der erfolgreichste nordfriesische Walfänger war der „Glückliche Matthias", dessen Grabstein auf dem Friedhof von St. Laurentii in Süderende zu finden ist.

Matthias Petersen – der „Glückliche Matthias" - wurde 1632 in dem Föhrer Inseldorf Oldsum geboren. Seine seemännische Ausbildung erhielt er in der Navigationsschule von Richardus Petri in Süderende, der auch der Pastor von St. Laurentii war. Bereits als 20jähriger bekam Matthias Petersen das Kommando über ein holländisches Walfangschiff, das hinauf bis Grönland und Spitzbergen fuhr. Unter seinem Kommando wurden 373 Wale erbeutet, und damit gehörte er zu den erfolgreichsten Walfängern der Westküste mit einem großen Vermögen. Das half ihm ganz besonders auf seiner letzten Fahrt, als Matthias Petersen in die Hände französischer Freibeuter fiel. Er hatte genug Geld, um sich und seine Mannschaft freizukaufen.

Auf dem Friedhof der St. Johannis Kirche – auch Friesendom genannt - im Inseldorf Nieblum sind 265 historisch wertvolle Grabplatten und Grabsteine zu finden. Ein großer Teil der „sprechenden Steine" erzählt aus dem Leben der Föhrer Seefahrer. Viele von ihnen fuhren bereits mit 10 Jahren zur See. Von Ostern bis Ende September finden hier immer donnerstags um 15.00 Uhr Führungen zu ausgewählten Grabsteinen statt. Die Führungen dauern rund 1,5 Stunden, Treffpunkt ist am Kirchturm, es wird ein Beitrag in Höhe von 5,00 Euro erhoben.

Die ältesten Grabsteine auf dem Friedhof von St. Nicolai in Boldixum stammen aus dem 17. Jahrhundert. Auch hier wurden zahlreiche Seemänner begraben, deren Leben und Schicksal auf den Steinen verewigt wurde.

Weitere Informationen zu den "sprechenden" Steinen und zum Walfang finden Sie hier: