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Sightseeing-Tipps für Kaffeeliebhaber in Hamburg

Hamburg2Kaffeebohne - Skulptur an der Coffee Plaza (Foto: Johannes Heide / pixelio.de)Hamburg ist traditionelles Handelszentrum für Kaffee und Sitz großer internationaler Kaffeehändler. Kaffee war wesentlich daran beteiligt, dass der Hamburger Hafen groß wurde. Zudem ist er mit dafür verantwortlich, dass die Speicherstadt – heute Teil des UNESCO Weltkulturerbes – Ende des 19. Jahrhunderts überhaupt gebaut wurde. Und in jüngster Zeit hat sich in Hamburg eine Szene junger Röstereien entwickelt.

Wer diese Zusammenhänge verstehen will, begibt sich auf eine Sightseeing-Tour zum Thema Kaffee. Man startet ein paar hundert Meter nördlich der „Coffee Plaza“ (Am Sandtorpark), im Block R der Speicherstadt am St. Annen-Fleet. 1887 wurde hier die erste Kaffeebörse eröffnet. So wurde Hamburg nach London und Le Havre rasch zum drittwichtigsten Handelsplatz für Rohkaffee. Man benötigte Speicherkapazitäten für Kaffeesäcke, und diese konnten hier geschaffen geworden.

1934 wurde in Hamburg die Neumann Kaffee Gruppe gegründet, die seit vielen Jahren das größte Kaffeehandelshaus der Welt ist. Die NKG, immer noch hanseatisch familiengeführt, besitzt 50 Unternehmen in 27 Ländern. Sie bestimmt den Anbau, die Aufbereitung, den Ex- und Import und die Logistik von Kaffee weltweit. Am Sandtorkai – damals noch Teil des Hafens - weihte die NKG 1975 das erste Rohkaffee-Silo der Welt ein. 33 Jahre später baute Star-Architekt Richard Meier den Firmensitz an derselben Stelle als Zentrum der jetzigen „Coffee Plaza“.

In Hamburg leben außerdem die Familien Darboven und Jacobs, die den Deutschen nach dem Krieg das Luxusgut Kaffee erschwinglich machten. Die Familie Jacobs selbst hat sich längst aus dem Kaffeegeschäft zurückgezogen, aber Darboven röstet noch in Billbrook im Pinkertweg. Darüber hinaus hat das Unternehmen Tchibo, Erfinder der Frischedepots, seit 1949 seinen Sitz in Hamburg. Inzwischen geht Tchibos Angebot zwar weit über Kaffee hinaus, aber mit Kaffee hat in Hamburg alles angefangen.

In Hamburg boomen heute wieder die kleinen Röstereien - rund zwei Dutzend gibt es in der Stadt, jede mit ihrem eigenen Profil. Ein Unternehmen der ersten Stunde ist die Kaffeerösterei Burg der Familie Burg am Eppendorfer Weg – 1923 gegründet, eine von dreien aus der Vorkriegszeit, die überlebt hat. Hier soll Howard Schultz, der Chef von Starbucks, in den achtziger Jahren ein Praktikum gemacht haben. Die Sammlung rund um den Kaffee von Jens Burg wird im Kaffeemuseum in der Speicherstadt gezeigt (St. Annenufer 2). Direkt in der Speicherstadt auf einem alten Speicherboden (Kehrwieder 5) befindet sich seit 2006 die Speicherstadt Kaffeerösterei. Mitten im hauseigenen Café steht die Röstanlage, in der jede Bohnensorte einzeln nach ihren Bedürfnissen geröstet wird. Im Anschluss werden sie dann zu abgestimmten Mischungen zusammengestellt. Die mobile Kaffee-Rösterei Elbe (www.elbe-kaffee.de) schenkt im winzigen Rösterei-Truck auf Wochenmärkten fair gehandelten Bio-Kaffee aus. Im Stockholm Espresso-Club in Winterhude (Peter-Marquard-Straße 8) gibt es im Sommer Cold Brew - das ist ein kalt gezogener Kaffee mit phantastischer Aromen-Vielfalt - oder Kaffee aus einem Glaskolben-Syphon von 1820. Bei den Public Coffee Roasters wird von der Auswahl der Kaffeebohnen von kleinen Farmen aus der ganzen Welt bis zur sorgfältig zubereiteten Tasse Kaffee jeder Schritt in Handarbeit gemacht. Geröstet wird der Kaffee direkt auf der Elbe in einer schwimmenden Rösterei auf einem Hausboot. Den Kaffee kann man übrigens in den Cafés "Gemütlich und Luftig" (Goldbekplatz 1), "Klein und Fein" (Wexstraße 28) und "Gemütlich und Historisch" (Brandstwiete 3) probieren. Auch bei der Nord Coast Coffee Roastery (Deichstraße 9) und der Rösterei Elbgold (Lagerstraße 34c) werden die sorgfältige Auswahl der Kaffeebohnen, der faire Handel und die sortenindividuelle Zubereitung großgeschrieben.

Tipp: Auf dem Programm der geführten Tour "Speicherstadt und HafenCity Erlebnistour" stehen u.a. das Kennenlernen der Welt des Kaffees in Hamburg inkl. Verkostung. Teil der Tour ist weiterhin ein Besuch bei einem orientalischen Teppichhändler und der Besuch des Cruise Center HafenCity. Gebucht werden kann die Tour bei allen bekannten Erlebnisanbietern, z.B. bei GetYourGuide (+)